Jeder hat schon einmal davon gehört, die wenigsten wissen jedoch, wie es funktioniert: Die Pfändung einer Internetdomain.
Gerade hier liegt oft ein wirksames Mittel, um einen Schuldner, der nicht zahlungsbereit ist, gebührend unter Druck zu setzen. Denn ist das Konto des Schuldner leer und in seiner Wohnung nichts zu pfänden, eröffnen sich für den Gläubiger neue Wege.
Selten wird es jedoch so sein, dass der Gläubiger die gepfändete Domain „zu Geld“ machen kann, oder er daran interessiert ist, die Domain selber zu nutzen. Für den Schuldner wird es jedoch eine schmerzhafte Erfahrung sein, seine Domain zu verlieren, zumal er damit auch seine mit der Domain verbundene Emailadresse im Falle der Pfändung nicht mehr nutzen kann. Sehr gut möglich ist, dass diese Erfahrung seine Zahlungsbereitschaft erhöht.

Doch wie funktioniert die Pfändung?
Gepfändet wird eigentlich gar nicht die Domain selber, sondern der Anspruch des Schuldners gegen die DENIC auf Nutzung der Domain. Die DENIC wird also als so genannte Drittschuldnerin verpflichtet, sich jeglicher Verfügung über die Domain zu enthalten. Sodann hat man die Möglichkeit, die Domain zu versteigern oder sie selbst zu nutzen.

Fraglich ist, welcher Wert einer Domain zugeschrieben werden kann. Bei Domains, die bereits gehandelt wurden, ist der Wert bekannt. So erzielte z.B. die Domain „cinema.com“ einen Preis von 700.000,00 $. Die deutsche Domain „luxusauto.de“ wurde für 20.000,00 € und die Domain „feriengebiete.de“ für 400,0 € gehandelt.

Das Landgericht Hamburg (Urteil vom 02.07.2002, AZ: 312 O 116/02) hat in einem Fall, in dem der Wert einer Domain nicht bekannt war im Wege der Schätzung nach § 287 ZPO ein Betrag von nicht mehr als 50 Euro je Monat der Domainnutzung angesetzt.
Dabei hat es dem Kriterium des Grades ihrer Anziehungskraft für potentielle „Besucher“ besondere Bedeutung beigemessen.