Die „Schlammschlacht“ um den Radsport und um den unter Dopingverdacht stehenden Jan Ulrich nimmt kein Ende. Nun musste sich auch die Pressekammer des LG Hamburg (Urteil vom 13.09.2006 – Az. 324 O 560/06) mit den Dopingvorwürfen gegen den Radprofi befassen.

Der Heidelberger Dopingexperte Werner Franke hatte in einem Fernsehinterview behauptet, dass Ulrich dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes binnen eines Jahres 35 000,00 € zur Anschaffung von Dopingmitteln bezahlt habe.

Die Hamburger Richter entschieden, dass die Äußerung das Persönlichkeitsrecht von Jan Ulrich verletze. Der Radprofi hatte per eidesstattlicher Versicherung gegenüber dem Gericht glaubhaft machen können, dass er keine solche Summe an den spanischen Arzt zum Erwerb von Dopingmitteln gezahlt habe, so dass die Richter von der Unwahrheit der Behauptung Frankes ausgehen. (Anzumerken ist das Franke daraufhin gegen Ulrich Strafanzeige wegen falscher eidesstattlicher Versicherung gestellt hat.)

Außerdem widersprach das Gericht der Auffassung des Dopingexperten lediglich als Privatmann unwidersprochen gebliebene Presseberichte verbreitet zu haben. Nach Ansicht des Gerichts sei Franke als sachkundig einzuschätzen, der auch in dem konkreten Fall selbst recherchiert habe und die Medien gezielt als Forum eingesetzt habe. Zudem habe der Heidelberger Experte seine Behauptung zu einem Zeitpunkt verbreitet, als Ullrich ihr bereits öffentlich widersprochen hatte, so dass auch nicht von einer unwidersprochenen Behauptung auszugehen sei.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da noch Rechtsmittel eingelegt werden können.