Erst vor kurzem durfte die erste Versandapotheke in Saarbrücken eine Filiale nach langem Streit eröffnen. Schon ist das nächste Schlachtfeld gegen die sich im wirtschaftlichen Aufwind befindlichen Versandapotheken eröffnet worden.

Das Sozialgericht (SG) Frankfurt am Main (Urteil vom 15.08.2006 – Az.: S 21 KR 429/06 ER) musste darüber entscheiden, ob die AOK Hessen ihren Versicherten im Wege der Werbung empfehlen darf, Medikamente über Versandhandelsapotheken zu bestellen. Die Krankasse hatte in ihrem Informationsblatt und im Rahmen einer Telefonaktion auf günstige Versandhandelsapotheken hingewiesen, mit denen sie eine Partnerschaft eingegangen sei.

Nach Ansicht der Frankfurter Richter ist eine solche Werbung unzulässig und zu unterlassen.

Die werbliche Handlung sei nach Ansicht des Gerichts nicht mehr als bloße zulässige sachliche Information zu bewerten. Vielmehr würden die Werbeaktivitäten „über das Ziel hinausschießen“ und gegen den hessischen Arzneilieferungsvertrag verstoßen, der eine Beeinflussung der Versicherten zugunsten bestimmter Apotheken verbiete. Im Sinne einer umfassenden Arzneimittelversorgung sei der Abschluss von Einzelverträgen mit Apotheken nicht erlaubt, da nur hierdurch gewährleistet werde, dass unseriöse Anbieter vom Markt ferngehalten werden.