Ein seit längerem bekanntes Problem im Bereich des Domain-Handels bilden Internet-Dienstleister, die sich auf die Suche, Registrierung und den Weiterverkauf von versehentlich freigegebenen Domains spezialisiert haben.

Nunmehr hatte sich nach einer Meldung von heise.de vom 19.04.2006 das LG München I (Urteil vom 04.4.2006 – Az. 33 O 15828/05) mit einem solchen Fall zu beschäftigen.

Ein Theater hatte seine Domain versehentlich freigegeben. Kurze Zeit nach der Freigabe hatte sich ein Internet-Dienstleister die Domain gesichert. Zunächst wurde die Domain zum Verkauf angeboten und später als Weiterleitung zu verschiedenen kostenpflichtigen Internetdiensten verwendet.

Hiergegen ging das Theater im Wege der Abmahnung vor. Der Dienstleister gab darauf hin zwar die geforderte Unterlassungserklärung ab, verwahrte sich jedoch gegen die ebenfalls geltend gemachten Anwaltskosten, so dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kam.

Das LG München verurteilte den Internet-Dienstleister zur Zahlung der geforderten Rechtsanwaltskosten.

Denn das Gericht sah die Abmahnung als berechtigt an, so dass die für die Abmahnung erhobenen Anwaltkosten erstattungsfähig seien. Nach Ansicht der Münchner Richter sei in der Suche und Registrierung versehentlich freigegebenen Domains zum Zwecke des Weiterverkaufs ein rechtswidriges Domain-Grabbing zu sehen, so dass der abgemahnte Dienstleister die Abmahnkosten zu tragen habe.