Wie bereits mehrere Gerichte zuvor hatte sich auch das OLG Naumburg (Urteil vom 13.07.2007, Az. 10 U 14/07) in der jüngeren Vergangenheit damit zu befassen, wann die Textform bei der Überlassung des Widerrufsrecht erfüllt ist.

Dabei entschieden die Naumburger Richter, dass die bloße Möglichkeit, eine im Internet veröffentlichte Widerrufsbelehrung zu speichern und zu reproduzieren, nicht ausreicht, um die Textform und damit die Perpetuierungsfunktion des § 126b BGB zu wahren. Denn der Widerrufstext verbleibe nur für den Fall eines Ausdrucks oder einer Speicherung der Erklärung dauerhaft beim Verbraucher. Vom Gesetzeszweck her sei es nicht möglich, danach zu differenzieren, ob es im Nachhinein zu einer solchen Perpetuierung kommt oder nicht.

Wörtlich führte das Gericht aus:

„Darüber hinaus hängt die Perpetuierung auch von der technischen Ausstattung des Verbrauchers ab. Verfügt der Verbraucher über keinen Drucker, ist er schon technisch nicht in der Lage, die Belehrung auszudrucken. Es mag auch Situationen geben, in denen der Verbraucher die Belehrung nicht ohne Weiteres abspeichern kann. Denkbar – wenn auch wohl nicht sehr wahrscheinlich – ist die Situation, dass auf der Festplatte nicht genügend Speicherplatz zur Verfügung steht. Darüber hinaus kann der Verbraucher aber die Bestellung auch von einem fremden Computer – etwa in einem Internetcafe – abgeben. Ein Speichern auf diesem Rechner würde nicht dazu führen, dass die Widerrufsbelehrung für ihn dauerhaft zugänglich ist.“

Somit würde die Länge der Widerrufsfrist (zwei Wochen oder ein Monat) sich nach dem Verhalten der Nutzer und deren technischer Ausstattung richten. Dies führe nach der Ansicht des Senats zu einer unerträglichen Rechtsunsicherheit, so dass eine zweiwöchige Widerrufsfrist bei einer bloßen Zugänglichmachung der Erklärung im Internet unzulässig sei.