Nach der Hochzeit des bekannten Schauspielers Heiner Lauterbach wurde in einer Zeitschrift folgender Titel veröffentlicht

„Heiner Lauterbach: Ehebruch schon in der Hochzeitsnacht? Sein Freund hat es erzählt“

Aufgrund dieser Aussage zogen der Schauspieler und seine Ehefrau vor Gericht und verlangten von der Zeitschrift Unterlassung dieser Behauptung wie auch die Veröffentlichung einer Gegendarstellung.

Das OLG Karlsruhe [Urteil vom 23.06.2006 – Az.: 14 U 86/06] gab dem Ehepaar Recht und sprach ihnen insbesondere auch den Gegendarstellungsanspruch zu.

Wörtlich führten die Karlsruher Richter aus:

„Entgegen der Auffassung der Beklagten steht beiden Klägern ein Anspruch auf Abdruck einer eigenen Gegendarstellung zu. Dies ergibt sich daraus, daß von der Erstmitteilung nicht nur der Kläger Nr. 1, sondern – was mit der Berufung auch nicht (mehr) in Frage gestellt wird – die Klägerin Nr. 2 als seine Ehefrau betroffen ist“

Und weiter:

„Indessen kommt eine gemeinsame Gegendarstellung wegen des Grundsatzes „ganz oder gar nicht“ überhaupt nur dann in Betracht, wenn die Beteiligten durch die Erstmitteilung in völlig gleicher Weise beeinträchtigt worden sind, so daß sie auch wortgleich erwidern können. Eine derartige Situation liegt hier aber deshalb nicht vor, weil die Betroffenheit des Klägers Nr. 1 nur zum Teil mit der der Klägerin Nr. 2 übereinstimmt: In der Formulierung „Ehebruch schon in der Hochzeitsnacht“ kann dem Adverb „schon“ nicht nur die Bedeutung zukommen, daß „der Ehebruch“ (im Sinne von „der einzige in Rede stehende Ehebruch“) unerwartet früh erfolgt ist; ein Verständnis ist vielmehr auch dahin möglich, daß – angeblicher – weiterer Untreue in der Ehe der – angebliche – Ehebruch in der Hochzeitsnacht vorausgegangen war.“