Einem in München ansässigen Fernsehsender wurde durch eine einstweilige Verfügung des Landgericht München I (Beschluss vom 19.06.2006, Az. 9HK O 10688/06) verboten,
im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Sportwetten zu bewerben, die nicht durch den Freistaat Bayern oder durch ein anderes Bundesland behördlich erlaubt sind.

Den Antrag auf Erlass dieser einstweiligen Verfügung hatte ein Anbieter gestellt, der durch seine staatliche Lotteriegesellschaft selbst Sportwetten anbietet. Ihm war es ein Dorn im Auge, dass der Fernsehsender in einer regelmäßigen Fußballsendung Werbung für einen auch in Bayern tätigen Wettanbieter macht. In die von dem Wettanbieter gesponserte Fußballsendung ist auch ein eigenes „Wett-Studio“ integriert, bei dem Studiogäste Wetteinsätze gewinnen und sogleich wieder bei dem Anbieter platzieren könnten.
Da der Wettanbieter nicht über eine behördliche Erlaubnis gemäß § 284 Abs. 1 StGB verfügt, veranstalte er mit seinen Wetten ein illegales Glücksspiel, für das nach § 284 Abs. 4 StGB auch nicht geworben werden darf.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Es bleibt abzuwarten, ob der Fernsehsender Rechtsmittel einlegen wird.