Die Deutsche Telekom muss in Zukunft das Kleingedruckte bei der Handywerbung größer schreiben.
Dies entschied das Landgericht Bonn am 11.04.2006 (AZ. 11 O 9/06), nachdem der Bundesverband der Verbraucherschützer den Bonner Konzern wegen unlauteren Wettbewerbs auf Unterlassung verklagt hatte. Bei Verstoß gegen die Entscheidung droht der Telekom ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000,00 €.

Die Verbraucherschützer hatten zwei Werbebroschüren aus dem Jahr 2005 vorgelegt, auf denen für besonders preiswerte Handys und Endgeräte geworben wurde. Dabei waren die Sonderangebote im Kleingedruckten aber immer mit sehr komplizierten Tarifen verbunden.
Die Richter kamen zu der Auffassung, dass der Leser über sehr scharfe Augen verfügen müssen, um die Schriftgröße 4,5 überhaupt entziffern zu können.

Dies sei jedoch unerlässlich, da sich aus dem Kleingedruckten erst der tatsächlich zu zahlende Endpreis ergebe. Daher liege in der Ausgestaltung der Werbebroschüre eine Irreführung des Nutzers, da das Transparenzgebot verletzt worden sei.