Kann sich derjenige, der sich auf einen wirksamen Vertragsschluss beruft, nicht darlegen und beweisen, dass die hinter der jeweiligen Bezeichnung stehende Person tatsächlich Vertragspartner geworden ist, kann auch nicht von einem bestehenden Kaufvertrag ausgegangen werden.
So entschied das OLG Köln mit Urteil vom 13.01.2006 (19 U 120/05).

Der Kläger hatte einen PKW Porsche 996 Carrera 4 S Coupe über die Versteigerungsplattform „Ebay“ angeboten. Im Laufe der Versteigerung erhielt er die Nachricht, dass unter dem Benutzernamen „C“ die Option „sofort kaufen“ zum Kaufpreis von 74.900 € genutzt worden war.
Der Benutzernamen „C“ war für die Beklagte von einer Freundin eingerichtet worden, da die Beklagte über keinen Internetanschluss verfügte.

Das Gericht wies die Klage auf Zahlung der 74.900 € Zug um Zug gegen die Übereignung des Porsches mit der Begründung ab, dass kein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen sei. Die Kölner Richter sind dabei davon ausgegangen, dass das Gebot nicht von der Beklagten stammte, zumal sie nicht ansatzweise über die finanziellen Mittel zur Anschaffung eines Luxussportwagens verfügte:
„Die Besonderheit, dass die Beteiligten dort unter Mitgliedsnamen oder anderen Bezeichnungen in Erscheinung treten, die ihre wahre Identität nicht erkennen lassen, ändert nichts daran, dass derjenige, der sich auf einen wirksamen Vertragsschluss beruft, darlegen und beweisen muss, dass die hinter der jeweiligen Bezeichnung stehende Person tatsächlich Vertragspartner geworden ist.“

Auch eine Haftung der Beklagten für das Handeln eines Dritten kam nach Auffassung des Gerichts nicht in Betracht. Denn dafür wäre es erforderlich gewesen, dass durch die Beklagte ein Rechtsschein gesetzt worden ist:
„Dafür genügt es entgegen der Auffassung des Klägers nicht, dass die Beklagte sich als Nutzerin der Internet-Plattform „ebay“ hat registrieren lassen. Die Einrichtung eines E-Mail-Kontos und eines Benutzerkennworts vermag angesichts der – nach wie vor unvermindert gegebenen Missbrauchsmöglichkeiten keinen schützenswerten Vertrauenstatbestand zu begründen. Der Geschäftspartner kann im anonymen Internetverkehr daher allein aufgrund eines verwendeten Passworts nicht berechtigterweise davon ausgehen, einen Vertragspartner zu erhalten (…). Vielmehr muss das Handeln des „Vertreters“ im Einzelfall dem Namensträger aufgrund konkreter Umstände zugerechnet werden können.“

Solche konkreten Umstände waren jedoch im vorliegenden Fall nicht ersichtlich.